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Gedanken zu Max...

Hallo mein kleiner dicker Kumpel. Ich weiß dass Du nicht lesen kannst und gebe zu, dass dieses Schreiben ein wenig egoistisch ist denn es dient mir dazu, mit Deinem Tod klar zu kommen. Wir haben Dich wieder einfach gepackt und in die, von Dir so gehaßte, Transportbox gelegt. Du kannst mir glauben, das ist auch uns nicht leicht gefallen, zumal wir wußten, dass das vielleicht das letzte mal sein wird. Was sollten wir machen, Du sahst schlimm aus, abgemagert bis auf die Knochen, zitternd in einer Ecke kauernd, neben Deinem größten Feind, dem Staubsauger. Das sagt doch schon Alles, auch wenn Du es nicht zeigen wolltest, Dir ging es einfach sehr schlecht.
Die letzten Tage waren weder für Dich noch für uns sehr angenehm. Kein Max, der erwartungsvoll vorm Tisch saß wenn es Essen gab, kein Max, der zu mir auf die Couch sprang und mich einfach beiseite schob, bis wir Beide eng, unbequem aber glücklich nebeneinander lagen. Kein Max, der zu mir ins Bett kam und mich mit seiner Pfote zum Kraulen aufforderte und kein Max, der mit mir kuschelte und wunderbar schnurrte weil er merkte, dass es auch mir nicht immer gut ging. Einfach ein guter Kumpel, der mir Trost spendete...
Alles das, gab es nicht mehr und so war Dein Protest, während der Fahrt zur Klinik, auch nur recht zaghaft, selbst dazu fehlte Dir die Kraft. Frau Doktor war entsetzt über Dein Aussehen, sie kannte Dich ja und selbst als Du erblindest warst, fand sie Dein Auftreten bewunderungswert. Jetzt kauerte da ein armes, offentsichtlich krankes häufchen Elend vor ihr und ihr Gesicht während der Untersuchung lies nichts Gutes ahnen.
Deine Nieren funktionierten kaum noch, das ging unter Anderem auch auf Dein Herz, dazu die alte kaputte Wirbelsäule und der Frust über die Blindheit taten ihr Übriges. Da Du ja ein Halbwilder warst, benimmst Du Dich auch so. Du merkst, es geht zu Ende und suchst deshalb Ecken auf, in denen Du alleinsein kannst. Selbst das Streicheln bereitet Dir Schmerzen, deshalb gehst Du dem auch aus dem Weg, obwohl Du es früher geliebt hast. Sie sagte, dass sie Dir die restliche kurze Zeit gerne so angenehm wie möglich machen würde aber das kann sie nicht. Du verweigerst die Nahrung und hast kaum noch Reserven und Lebenswillen. Schmerzmittel würden durch die kaputten Nieren nicht richtig wirken und jede Bewegung wird zur Qual...es wäre aus ihrer Sicht, das Beste, Dich zu "erlösen".
Da war das böse Wort, ist es wirklich eine Erlösung oder einfach nur ein Auftragsmord?
Mir liefen die Tränen während sie weiter redete und mir versicherte, das Du Dich nur noch quälst und ich kein schlechtes Gewissen haben brauche. Sie hat leicht Reden, Du bist ja mein kleiner Kumpel und nicht ihrer, ich muß jetzt über Dein Leben oder Tod entscheiden und das mit mir ausmachen. Ein klägliches Jammern von Dir, gab den Ausschlag...und ich schwöre, es klang wie "sag ja".
Sie holte, was sie brauchte und ich nahm Dich in den Arm, streichelte Dich am Kopf...und kam mir furchtbar verlogen vor. Während Du Dich voller Vertrauen an mich anschmiegst und Dich streicheln läßt, sehe ich dabei zu, wie Dir die Spritze zum Einschlafen gesetzt wird. Bitte glaube mir, ich wollte nur Dein Bestes und Dir den Abschied so angenehm wie möglich machen. Du hast den Piekser auch gar nicht gemerkt, hast den Kopf in meinen Arm gelegt und bist ruhig eingeschlafen. Erst als Du wirklich im Land der Träume warst, gab Frau Doktor Dir die zweite Spritze und es war schnell zu Ende. Ich bin mir sicher, Du hast dabei keine Schmerzen empfunden. Ich wollte erst gar nicht dabei sein, weil ich das nicht sehen wollte aber obwohl ich jetzt heulte wie ein Schloßhund, war ich froh, gesehen zu haben, dass es wirklich keine Tortur für Dich war. Ich habe Dich noch einige Male geküßt und gestreichelt, genau wie Mama aber davon hast Du schon nichts mehr gemerkt.
Ich bin nicht sehr gläubig aber ich wünsche mir, dass es die Regenbogenbrücke wirklich gibt. Dann sehen wir uns ganz bestimmt wieder...Du fehlst sehr... Papa und Mama


Regenbogenbrücke (Verfasser unbekannt)

Eine Brücke verbindet den Himmel und die Erde. Wegen der vielen Farben nennt man sie die Brücke des Regenbogens.

Auf einer Seite der Brücke liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem, grünem Gras. Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist, geht es zu diesem wunderschönen Ort. Dort gibt es stets fressen und zu trinken und es ist immer warmes, schönes Frühlingswetter. Die alten und kranken Tiere werden im Land hinter der Regenbogenbrücke wieder jung und gesund und spielen den ganzen Tag zusammen. Die Tiere sind dort glücklich und zufrieden und es gibt nur eine Kleinigkeit, die sie vermissen. Sie alle sind nicht mit dem Menschen zusammen, den sie so sehr geliebt haben.

So laufen und spielen sie jeden Tag zusammen, bis eines Tages plötzlich eines von ihnen innehält und aufsieht. Die Nase bebt, die Ohren stellen sich nach vorne und die Augen werden ganz gross! Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus, fliegt über das grüne Gras. Wird schneller und schneller. Es hat Dich gesehen und wenn Du und Dein Liebling sich treffen, nimmst du ihn in Deine Arme und hälst ihn so fest Du kannst. Dein Gesicht wird geküsst und abgeschleckt, wieder und wieder und endlich schaust Du nach langer Zeit in die Augen deines geliebten Tieres, das lange aus Deinem Leben verschwunden war....aber nie aus Deinem Herzen. Dann überschreitet ihr gemeinsam das letzte Stück der Brücke des Regenbogens und ihr werdet nie wieder getrennt sein...... nie wieder.

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Kommentare

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Sus am :

„Ich will dir ein kleines Kätzchen für eine Weile leihen“, hat Gott gesagt.
„Damit du es lieben kannst, solange es lebt, und trauern, wenn es tot ist.

Vielleicht für zwölf oder vierzehn Jahre, vielleicht auch nur für zwei oder drei,
wirst du drauf aufpassen, für mich, bis ich es zurückrufe?

Sie wird dich bezaubern, um dich zu erfreuen,
und sollte ihr Bleiben nur kurz sein, du hast immer die Erinnerungen, um dich zu trösten.

Lieben Gruß vom Tübchen :'(

Berni am :

Danke Tübchen,
er hat ihn uns über 15 Jahren geliehen und uns eine sehr schöne Zeit erleben lassen. Die Erinnerung ist aber leider nicht nur Trost, sie tut noch ganz schön weh... :'(

Sus am :

Ich weiss das es weh tut mein Freund,aber bedenke ..
er hat keine Schmerzen mehr dort wo er nun ist.
Denke an die schönen Zeiten ,die ihr mit ihm hattet.
Ich weiss auch ,dass ein neuer Kater den alten nie ersetzen kann,denn jeder hat sein eigenes ICH............
Herzlichen Gruß Tübchen :'(

Lilo Schrof am :

Es tut mir leid dass Ihr Euren treuen Freund gehen lassen musstet. Ich wünsche Euch ganz viel Kraft

Berni am :

Danke Lilo,
ich hoffe, dass die Kraft noch kommt, im Moment überwiegt die Trauer... :'(

Maike am :

Es tut mir wahnsinnig leid :-(
Es tut sehr weh,ich weiß. Maxe geht es gut,da wo er ist,und schaut zu euch runter.
Drück euch. :'(

Berni am :

Danke Maike,
es tut wirklich sehr weh aber er hatte bei uns eine sehr schöne Zeit und ich glaube fest daran, dass es ihm auch jetzt gut geht... :'(

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